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Gonzalo Mejia

Gonzalo Mejía Oboe Gonzalo Mejía wurde 1990 in Caracas/Venezuela geboren. Er erhielt bereits in früher Kindheit Oboenunterricht und spielte u.a. im „Simon Bolivar Youth Orchestra“, einem der bedeutendsten Orchester Venezuelas, mit dem er unter Leitung von Gustavo Dudamel auf Tourneen nach Europa und Asien ging.   Von 2010 bis 2017 studierte Gonzalo Mejía in der Oboenklasse von Prof. Diethelm Jonas in Lübeck, schloss sein Studium mit Auszeichnung ab. Er erhielt zahlreiche Preise – 2010 den Förderpreis des Lionsclub in Lübeck, 2011 den 2. Preis beim „Concurso di Mollinela“ in Italien. Gonzalo Mejía war bis 2013 Stipendiat der Possehl-Stiftung, von 2013 bis 2017 Stipendiat der Maria-Luise Imbusch-Stiftung Lübeck und der Yehudi-Menuhin Stiftung „Live Music Now“. Seit 2016 ist Gonzalo Mejía Solo-Oboist der Hamburger Camerata. Link Facebook Link Instagram Gonzalo Mejía wurde 1990 in Caracas/Venezuela geboren. Er erhielt bereits in früher Kindheit Oboenunterricht und spielte u.a. im „Simon Bolivar Youth Orchestra“, einem der bedeutendsten Orchester Venezuelas, mit dem er unter Leitung von Gustavo Dudamel auf Tourneen nach Europa und Asien ging. Von 2010 bis 2017 studierte Gonzalo Mejía in der Oboenklasse von Prof. Diethelm Jonas in Lübeck, schloss sein Studium mit Auszeichnung ab. Er erhielt zahlreiche Preise – 2010 den Förderpreis des Lionsclub in Lübeck, 2011 den 2. Preis beim „Concurso di Mollinela“ in Italien. Gonzalo Mejía war bis 2013 Stipendiat der Possehl-Stiftung, von 2013 bis 2017 Stipendiat der Maria-Luise Imbusch-Stiftung Lübeck und der Yehudi-Menuhin Stiftung „Live Music Now“. Seit 2016 ist Gonzalo Mejía Solo-Oboist der Hamburger Camerata. Fotografie © Privat

Das Theresienstadt-Programm…

„Das Theresienstadt-Programm geht ganz besonders unter die Haut, weil wir darin sehr häufig die Perspektive der internierten Kinder einnehmen, die tausendfach im Ghetto ums Leben kamen. Fast 15.000 Kinder waren dort, nur 132 haben überlebt. Wir wollen, nein, wir MÜSSEN davon berichten. Gerade an Schulen, weshalb mir dieses Projekt so wichtig ist. Ich bin der EVZ-Stiftung enorm dankbar, dass sie unserem Vorschlag gefolgt ist, im Rahmen der Bildungsagenda NS-Unrecht ein Schlaglicht auf dieses Thema zu werfen.“ (Roman Knižka) Roman Knizka (Ensemble OPUS 45) wurde 1970 in Bautzen geboren, erlernte an der Dresdener Semperoper zunächst den Beruf des Theatertischlers und verließ die DDR noch vor dem Mauerfall über die Grüne Grenze. Nach seinem Studium an der Bochumer Schauspielschule spielte er zunächst am dortigen Schauspielhaus und begann dann, sich einen Namen in TV-Dramen, Liebesfilmen, „Tatorten“ und diversen Kinoproduktionen zu machen.Roman Knižka steht regelmäßig für nationale und internationale TV- und Kinoproduktionen vor der Kamera. Daneben spricht er regelmäßig Hörbücher ein und ist mit großem Erfolg auf der Bühne aktiv. Seine markante, wandlungsfähige und einnehmende Stimme begeistert sowohl Kinder als auch Erwachsene. Seit mehr als 10 Jahren tritt er außerdem mit den Musiker:innen von OPUS 45 auf. „Ich wand’re durch Theresienstadt …“ ist bereits die fünfte musikalische Lesung, die aus dieser Kooperation hervorgeht. Foto: Roman Knižka bei Dreharbeiten zur Verfilmung von „Den Nazis eine schallende Ohrfeige versetzen!“ mit OPUS 45. Copyright Markus Nass, den Film gibt es in voller Länge auf www.opus-45.de

Komponist Hans Krása

Komponist Hans Krása Geboren am 30. November1899 in Prag, Österreich-Ungarn; gestorben am 17. Oktober1944 im KZ Auschwitz-Birkenau Am 30. November 1899 in Prag geboren, lernte Hans Krása bereits als Kind Klavier und Violine. Krásas Vater, ein Anwalt, stammte aus einer tschechischen Familie, seine Mutter aus einer deutschen Familie. Hans Krása studierte in Prag Komposition an der Deutschen Akademie für Musik und darstellende Kunst bei Alexander von Zemlinsky. Seine erste größere Komposition war (nach dem Zeugnis seiner Schwester Marie) ein Orchesterstück (1910), das von einer Kurkapelle in Salzburg aufgeführt wurde und 1913 kam ein Streichquartett Krásas in St.Moritz zur Uraufführung.  Nach seinem Abschluss an der Musikakademie folgte er seinem Lehrer nach Berlin. Nach Studienaufenthalten in Frankreich als Schüler Albert Roussels arbeitete er als Korrepetitor am Neuen Deutschen Theater in Prag. 1921 hatte er seinen ersten Erfolg als Komponist mit den Orchesterliedern op.1 nach Texten von Christian Morgenstern.  1938 schrieb Hans Krása die Kinderoper Brundibár für einen Wettbewerb des Ministeriums für Schulwesen und Volksbildung. Der Wettbewerb wurde jedoch aufgrund der politischen Situation, wohl zusammenhängend mit den Veränderungen in Prag nach der deutschen Besetzung und der Errichtung des Protektorats Böhmen und Mähren im März 1939, allerdings nie ausgewertet. Die Uraufführung blieb dadurch zunächst aus. 1941 kamen Krása und andere Musiker bei einem Treffen in einem jüdischen Waisenhaus für Knaben in Prag erneut auf die Kinderoper zu sprechen und begannen mit der Planung einer Aufführung mit den Waisenhauskindern. Krása konnte der Uraufführung Ende 1942 jedoch nicht mehr beiwohnen, da er im August desselben Jahres in das Ghetto Theresienstadt verschleppt wurde. Krása leitete in Theresienstadt die Abteilung „Musik“ innerhalb der so genannten „Freizeitgestaltung“. Als 1943 auch die Kinder des Waisenhauses sowie der Sohn des Direktors in das Ghetto deportiert wurden und den Klavierauszug von „Brundibár“ mitbrachten, schrieb er ein Arrangement des Werkes für die vor Ort vorhandenen Instrumente. Krása komponierte und arrangierte bzw. rekonstruierte noch weitere Stücke im Ghetto, darunter zwei Streichtrios, die in Theresienstadt von Musikern aufgeführt wurden. Er passte dabei seine Werke von der Besetzung her den Umständen an. Am 16. Okt. 1944 wurde Krása jedoch im Rahmen der „Herbsttransporte“ im sogenannten „Künstlertransport“ zusammen mit anderen Musikern wie Pavel Haas, Viktor Ullmann, Karel Ančerl und weiteren in das KZ Auschwitz gebracht und zwei Tage später in der Gaskammer ermordet.

Lyrikerin Ilse Weber

Lyrikerin Ilse Weber Geborene Herlinger  11. Januar1903 in Witkowitz (heute Vítkovice), damals Österreich-Ungarn – 6. Oktober1944 im KZ Auschwitz-Birkenau Ilse Weber (geborene Herlinger) wurde am 11. Januar 1903 in Vítkovice, einem Stadtteil von Ostrava, geboren – einer Stadt im Nordosten der heutigen Tschechischen Republik. Obwohl Juden in Ostrava bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts nicht erlaubt waren, bildete sich dort eine feste Gemeinde.  Mit fünfundzwanzig Jahren veröffentlichte Weber ihr erstes Buch. Das ihrer Mutter gewidmete Werk „Jüdische Kindermärchen“ bestand aus fantasievollen Geschichten, die nach Angaben des Jüdischen Museums Berlin, bewusst in einem jüdischen Umfeld angesiedelt waren, um junge LeserInnen mit den damit verbundenen Werten, Religionen und Traditionen vertraut zu machen. Dabei erzählte Weber jedoch keine Geschichte, in der Kinder ein glückliches oder sorgloses Leben führen, sondern ließ ihre jungen Protagonisten in alltägliche Situationen geraten, die mit dem religiösen und familiären Umfeld zusammenhängen und in denen sie auf soziale Vorurteile und Ausgrenzung stoßen. Mit diesen Volksmärchen wollte Weber jüdische Kinder in die Lage versetzen, sich den Realitäten der Welt zu stellen und ihnen eine Quelle der Orientierung, des Schutzes und der Pädagogik bieten. Das Leben von Ilse Weber und ihre Erfahrungen mit dem Holocaust haben ein bewegendes, intimes und herzzerreißendes Vermächtnis hinterlassen. Die in der ehemaligen Tschechoslowakei geborene Autorin, Sängerin und Liedermacherin zeigte viele kreative und musikalische Talente, bevor ihr Leben durch den Aufstieg des Nationalsozialismus während des Zweiten Weltkriegs gewaltsam unterbrochen wurde. Nachdem ihre Stadt 1939 vom Dritten Reich annektiert wurde, waren Weber und ihre Familie verschiedenen Verfolgungsmaßnahmen ausgesetzt, die zu ihrer Deportation in das Ghetto und Konzentrationslager Theresienstadt führten, wo sie bis 1944 im Kinderkrankenhaus arbeitete und Gedichte und Lieder zur Unterhaltung der jüngeren Häftlinge schrieb. Als die Insassen des Kinderkrankenhauses Anfang 1944 in den Osten deportiert werden sollten, weigerte sich Weber, sie im Stich zu lassen und schloss sich freiwillig dem Transport in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau an, wo sie und ihr Sohn Tomáš ermordet wurden.  Ihr Mann Wilhelm jedoch überlebte den Krieg und schaffte es, die Gedichte und Lieder seiner Frau vor ihrer Deportation aus Theresienstadt in einem Gartenschuppen zu verstecken, um sie erst Ende 1945 wiederzufinden. Die „vergessene“ Stimme von Ilse Weber, die in ihren Liedern und wiedergefundenen Schriften erhalten ist, erinnert uns an den tragischen Verlust junger Talente, an den Beitrag jüdischer Künstlerinnen im Allgemeinen und an die Bedeutung von Kreativität als eine Form des geistigen Widerstands angesichts menschlichen Leids und menschlicher Verderbtheit.